Der Kick beim Filmen

 

Jens-Uwe Otte hat tausend Ideen und eine Firma. Einer wie er holt sich den Kick nicht beim Achterbahn  fahren, sondern beim Filmen.

 

Die Sonne scheint, der Himmel ist klar. Die eisige Kälte schneidet ins Gesicht und die Nase fängt an zu laufen.  Die Finger sind unbeweglich, dass es schwer fällt, die Kamera mit dem Stativ und dem passenden Objektiv aufzubauen. Dabei  macht Jens-Uwe Otte das nicht zum ersten Mal. Bereits als 17 Jähriger hat er zusammen mit Freunden Filme gedreht.  Mit einer Superachtkamera haben sie sich beim Skaten gefilmt oder kleine Sketche aufgenommen, die dann bei der Abschlussfeier der Schule gezeigt wurden. Das war der Beginn und alles noch in Schwarz-Weiß und ohne Ton.

 

Die ersten Schritte

 

Der Mann mit Baseballcape auf dem Kopf schaut mit einem Auge durch das Objektiv, prüft ob die Schärfe stimmt und der Bildausschnitt mit dem Sänger  passt. Das Filmen hat ihm immer Spaß gemacht, doch dann kam der Baseball dazwischen. Jahre später, nach der Geburt seiner zwei Kinder hat er sich eine Spiegelreflexkamera gekauft. Der Einstieg ins Filmen kam mit der Jubiläumsfeier, der Kindertagesstätte, in der seine Frau arbeitet. Dort spielte die Band, für die er später Konzertmitschnitte gedreht hat. Eigentlich ist er gelernter Industriemechaniker, inzwischen hat er eine eigene Filmfirma gegründet und dreht nebenbei Filme. „Ich liebe das Filmen. Die Kreativität auszuleben und die Freiheit zu haben, etwas Neues zu kreieren, das macht mir einfach Spaß“, so Jens-Uwe Otte.

 

Unabhängigkeit und Sicherheit

 

Die Unabhängigkeit reizt ihn. Jens-Uwe Otte ist bewusst, dass er mit seinem Hobby nicht reich werden kann. Aber darum geht es ihm auch nicht. Wichtig ist ihm, nicht stehen zu bleiben und neue Leute kennen zu lernen. „Heute kann jeder Filmen, deshalb darf ich mich auch nicht unter Wert verkaufen. Ich muss dabei aber immer auf dem neusten Stand sein und vor allem auf dem Teppich bleiben. Denn das Ganze ist sehr kostspielig und muss sich finanzieren. Zeit und Geld stehen dabei in keinem Verhältnis“, erzählt der 39 Jährige. Besonders wichtig ist ihm jedoch nicht vom Filmen abhängig zu sein. „Die Branche hat sich geändert. Nur Filme zu machen ist zu unsicher. Leben können davon nur wenige.  Es ist teuer und eine riskante Geschichte mit einer vierköpfigen Familie“, sagt der Hobbyfilmer. Deshalb baut der gelernte Industriemechaniker Pressenanlagen zusammen und verdient damit hauptberuflich sein Geld. Dies bietet ihm und seiner Familie Sicherheit. Sein Beruf kommt ihm dabei sehr gelegen: So konstruiert er in seiner Freizeit für seine Filmarbeiten Kameraslider und Kamerakräne. Otte ist Autodidakt. Immer wieder schaut er sich Lehrvideos an und versucht, die Arbeitsschritte selbst umzusetzen. Damit ist er schon mal Abende beschäftigt und dafür hält ihm seine Frau den Rücken frei. Sie steht ihm mit Rat und Tat zur Seite und auch Freunde helfen ihm gerne.

 

Seine Leidenschaft

 

Das Filmen ist für ihn mehr, als nur ein Hobby. „Ohne das Filmen würde mir etwas fehlen. Andere gehen in den Garten und schneiden Obstbäume. Ich schneide lieber Filme“, erzählt der Filmer. Doch im Rampenlicht will er nicht stehen. Es ist der Kunde, der für ihn im Mittelpunkt steht. Dadurch kann es auch mal stressig werden: Wie etwa beim Musikvideodreh einer Schülerband, die sich mit diesem Video für einen Bandcontest angemeldet hat. Filmen bedeutet auch Organisation. Für den aufwändigen Dreh hatte er nur zwei Tage. Trotzdem hat am Ende alles funktioniert und alle waren zufrieden. Früher war es der Sport, der ihn aus dem Alltag geholt hat. Heute ist es das Filmen: „Für mich ist das Schneiden und Bearbeiten wie ein Urlaubstag. Das tut mir richtig gut. Andere sitzen in die Achterbahn, ich hole mir so den Kick.“

 

Zweifel

 

Auch wenn die Erfolge überwogen, waren zu Beginn Zweifel da, ob das, was er macht gut ist. Bis heute hat er Respekt vor den Aufgaben, die es zu meistern gilt. Nach jedem Dreh fällt die Last von ihm ab und er ist froh, wenn alles gut funktioniert hat.  Nicht immer ist alles reibungslos abgelaufen. Sein schlimmstes Erlebnis war, als er das Filmmaterial von der Hochzeit seines Schwagers überspielen wollte. Magnete der Tischdekoration hatten das komplette Filmmaterial gelöscht. „Seit dem zittere ich jedes Mal, bis alles überspielt ist.“ Einer der schönsten Momente war jedoch, als ein Musikvideo und der Konzertmitschnitt einer Schülerband, die er produziert hat, im Kino gezeigt wurden.  

 

Die Zukunft

 

Die Szenen sind im Kasten. Otte packt sein Equipment zusammen und gesteht: „Mein Traum ist es in die Dokumentationsbranche im Bereich Sport einzusteigen. Sportarten, wie BMX Rad fahren, Snowboarden und Skaten interessieren mich und bieten gute Bilder. Neben dem Sport filme ich gerne Musikclips und Tanzvideos. Außerdem möchte ich in der 3D Animation weiterkommen und darin Erfahrungen sammeln.“

 

 

 

 

 

 

 

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